Umweltskandal in Venedig

Umweltskandal in Venedig: Finanzwache hebt illegale Mülldeponie in der Lagune aus

157 Tonnen Spezialabfall auf zwei verlassenen Schiffen beschlagnahmt

Die Lagune von Venedig strahlt normalerweise im Glanz der Postkartenidylle. Doch die Realität hinter den Kulissen sieht manchmal düster aus. Beamte der Sektion Chioggia machten jetzt einen erschreckenden Fund. Sie spürten tonnenweise illegalen Müll direkt im geschützten Naturraum auf.

Hubschrauber entlarven das Umweltdelikt

Alles begann mit einem gezielten Verdacht. Die Ermittler überprüften Schiffe an einer privaten Anlegestelle. Diese Liegeplätze grenzen direkt an ein bekanntes Naturschutzgebiet des WWF. Die Oase Valle Averto schützt eigentlich eine seltene und sehr empfindliche Artenvielfalt. Ein Hubschrauber lieferte schließlich die entscheidenden Hinweise aus der Luft.

Die Luftbilder zeigten vier alte Schiffe aus Eisen. Darunter befanden sich drei klassische Vaporetti und ein großes Flussschiff. Die Einsatzkräfte rückten daraufhin sofort mit Booten und einer Streife an. Vor Ort bot sich den Beamten ein Bild des Grauens. Zwei der Boote verrotteten sichtlich im Wasser. Insgesamt beschlagnahmten die Behörden 157,47 Tonnen gefährlichen Spezialabfall für weitere Untersuchungen.

Schiffe als tickende Zeitbomben im Naturschutzgebiet

Besonders ein altes Baggerschiff erregte die Aufmerksamkeit der Kontrolleure. Das 35 Meter lange Schiff stammt aus dem Jahr 1962. Der verrostete Rumpf war bereits teilweise im Wasser versunken. Die Eigentümer ließen das Wrack einfach komplett im Stich.

Aus den alten Motoren floss bereits ein dünner, aber stetiger Strom von Treibstoff. Das Öl verschmutzte das sensible Wasser der Lagune. Ohne das schnelle Eingreifen drohte eine echte Umweltkatastrophe. Die Ermittler verordneten dem Besitzer deshalb sofortige Notmaßnahmen gegen den Ölaustritt.

Die dreiste Masche mit der Entsorgung

Das zweite Schiff, ein ausrangierter Wasserbus, diente als reine Müllhalde. Unbekannte füllten den Innenraum heimlich mit Bergen von Spezialmüll. Die Täter funktionierten das Wrack kurzerhand in eine schwimmende, illegale Mülldeponie um. Die Motive hinter der Tat liegen für die Fahnder auf der Hand.

Die Besitzer wollten die teuren Kosten für eine fachgerechte Entsorgung sparen. Sie gaben die Schiffe deshalb absichtlich auf. Die Polizei ermittelte bereits zwei verantwortliche Personen. Die Beamten zeigten die Verdächtigen sofort bei der Staatsanwaltschaft an.

Die Justiz übernimmt den Fall

Der Einsatz gehört zur täglichen Arbeit der italienischen „Seepolizei“. Die Guardia di Finanza schützt die Gewässer rund um Venedig rund um die Uhr. Taucher suchen nun auch den Meeresboden nach versunkenem Abfall ab. Das gesamte Ausmaß der Verschmutzung steht also noch nicht endgültig fest.

Die Staatsanwaltschaft Venedig koordiniert die weiteren Schritte. Die Behörden planen bereits die komplette Reinigung des betroffenen Gebiets. Die Täter müssen am Ende für die Sanierung bezahlen. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

Bilder und Informationen mit Freundlicher Genehmigung der Guardia di Finanza

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