Tragödie in der Lagune von Venedig

Tragödie in der Lagune von Venedig: Sean Michieli ist tot – Ehefrau Gabriella weiter vermisst

Der schwere Boots-Unfall im Canale di Tessera hat ein tragisches Ende genommen. Sean Michieli ist am Sonntagabend im Alter von nur 25 Jahren im Krankenhaus dell’Angelo in Mestre verstorben. Seine Ehefrau Gabriella Querino, 26, wird weiterhin in der Lagune von Venedig vermisst. Feuerwehr und Carabinieri setzen die Suche fort. Gleichzeitig hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung im Schiffsverkehr aufgenommen.

Das Unglück hatte sich am frühen Morgen des Samstag, 12. September 2026, im Canale di Tessera ereignet.

Kurz vor 6 Uhr kollidierte das kleine Boot des jungen Ehepaares mit einem Wassertaxi. Der Unfall geschah unweit der Insel Tessera und damit in der Nähe des Flughafens Marco Polo.

Sean Michieli wurde nach dem Zusammenstoß schwer verletzt aus dem Wasser geborgen. Gabriella Querino verschwand hingegen in der Lagune.

Seitdem suchen Einsatzkräfte nach der jungen Frau.

Sean Michieli stirbt nach schwersten Verletzungen

Der 25-Jährige war unmittelbar nach dem Unfall bewusstlos in das Krankenhaus dell’Angelo in Mestre gebracht worden.

Er erlitt unter anderem ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und musste operiert werden.

Bereits am Sonntag verschlechterte sich sein Zustand so weit, dass die Ärzte das vorgeschriebene Verfahren zur Feststellung des Hirntodes einleiteten.

Nach Ablauf des gesetzlich vorgesehenen sechsstündigen Beobachtungszeitraums wurde sein Tod am Sonntagabend offiziell festgestellt. Die Untersuchungen endeten nach Angaben von ANSA nach 21 Uhr.

Damit erfüllten sich die schlimmsten Befürchtungen der Familie.

Gabriella Querino nach wie vor verschwunden

Während im Krankenhaus die Hoffnung auf Sean Michielis Überleben schwand, suchten Feuerwehr und Carabinieri weiter nach seiner 26-jährigen Ehefrau.

Gabriella Querino wurde bis Montagvormittag nicht gefunden.

Die aus Brasilien stammende junge Frau lebte gemeinsam mit ihrem Ehemann auf Burano. Die beiden hatten erst vor wenigen Monaten geheiratet.

Unmittelbar nach dem Unfall war zunächst nicht vollständig geklärt gewesen, ob Gabriella tatsächlich mit auf dem Boot saß.

Angehörige berichteten jedoch, dass das Ehepaar häufig gemeinsam mit dem Boot unterwegs war.

Später fanden die Ermittler nach der Bergung des Wracks Hinweise, die die Annahme stützen, dass auch Gabriella zum Unfallzeitpunkt an Bord war.

Taucher, Hubschrauber und Jetskis suchen die Lagune ab

Die Suche konzentriert sich weiterhin auf den Bereich rund um den Canale di Tessera und die umliegenden Gewässer.

Die Feuerwehr setzt dafür mehrere Spezialkräfte ein.

Unter anderem sind Taucher des regionalen Feuerwehrkommandos, Hubschrauber und Jetskis an den Maßnahmen beteiligt. Auch die Carabinieri unterstützen die Suche.

Die Bedingungen in der Lagune machen die Arbeit besonders schwierig.

Das Wasser ist vielerorts trüb. Schon wenige Meter unter beziehungsweise vor den Tauchern kann die Sicht stark eingeschränkt sein.

Hinzu kommen Strömungen sowie der ständige Wechsel zwischen Ebbe und Flut. Dadurch können Gegenstände und Personen über größere Distanzen verdriftet werden.

Wrack wurde bereits am Samstag geborgen

Das kleine Boot sank nach der Kollision.

Feuerwehrtaucher konnten das Wrack am Samstag lokalisieren und später aus dem Wasser bergen.

Gabriella befand sich nicht darin.

Die Einsatzkräfte untersuchten daraufhin auch das Umfeld des gesunkenen Bootes und weiteten die Suche anschließend auf größere Bereiche der Lagune aus.

Dass die junge Frau auch nach mehreren Tagen nicht gefunden wurde, erschwert die Suche zunehmend.

Dennoch laufen die Maßnahmen weiter.

Ehepaar lebte auf Burano

Sean Michieli war eng mit der venezianischen Lagune verbunden.

Der 25-Jährige arbeitete als Fischer beziehungsweise Vongole-Fischer und kannte das Gebiet entsprechend gut.

Seine Familie stammt aus dem Raum Cavallino. Sean lebte inzwischen gemeinsam mit Gabriella auf Burano.

Die beiden waren erst seit rund drei Monaten verheiratet.

Nach Angaben der Familie teilte Gabriella zunehmend auch die Leidenschaft ihres Mannes für die Fischerei und begleitete ihn häufig bei frühen Fahrten in die Lagune.

Auch am Samstagmorgen sollen die beiden unterwegs gewesen sein, um Köder zu suchen.

Was ist am frühen Samstagmorgen passiert?

Der genaue Ablauf des Zusammenstoßes ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich das Wassertaxi auf dem Weg in Richtung Flughafen.

Der Fahrer blieb bei der Kollision unverletzt.

Sean Michielis kleines Boot wurde durch den Aufprall so schwer beschädigt, dass es anschließend sank.

Die entscheidende Frage lautet nun, wie sich die Kurse der beiden Boote kreuzen konnten.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen „omicidio nautico“

Durch Sean Michielis Tod hat das Verfahren eine neue rechtliche Dimension bekommen.

Die Staatsanwaltschaft von Venedig hat ein Ermittlungsverfahren eröffnet, das inzwischen auch den Straftatbestand des „omicidio nautico“, also der fahrlässigen Tötung im Schiffsverkehr, umfasst.

Das bedeutet allerdings noch keine Feststellung einer Schuld.

Die Ermittler müssen zunächst rekonstruieren, wie es zur Kollision gekommen ist.

Dabei sollen unter anderem die Fahrtrichtungen, Geschwindigkeiten, Beleuchtung der Boote und die Schäden an beiden Fahrzeugen untersucht werden. La Nuova Venezia berichtet, dass die Carabinieri genau diese Punkte derzeit analysieren.

Unfall ereignete sich noch vor Sonnenaufgang

Eine zusätzliche Schwierigkeit ist der Zeitpunkt des Unglücks.

Der Zusammenstoß ereignete sich zwischen etwa 5.35 und 5.45 Uhr.

Zu diesem Zeitpunkt war es in der Lagune noch weitgehend dunkel.

Auch ANSA berichtet von schwierigen Bedingungen für die Rekonstruktion. Es gibt offenbar keine Videoaufzeichnungen des eigentlichen Zusammenstoßes.

Der Fahrer des Wassertaxis gilt daher bislang als zentraler Augenzeuge.

Seine Angaben müssen nun mit den Schäden an den Booten und weiteren technischen Erkenntnissen abgeglichen werden.

Keine vorschnellen Schuldzuweisungen

Gerade bei einem derart schweren Unfall ist eine vorsichtige Einordnung wichtig.

Noch steht nicht fest, welches der beiden Boote welchen Kurs fuhr, mit welcher Geschwindigkeit sie unterwegs waren oder ob Beleuchtung und Sichtverhältnisse eine Rolle spielten.

Auch die Aussage eines Beteiligten kann allein noch keine abschließende Rekonstruktion ersetzen.

Deshalb wäre es zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, dem Taxifahrer oder Sean Michieli eine Verantwortung für die Kollision zuzuschreiben.

Genau diese Fragen sollen nun die Ermittlungen klären.

Stadt Venedig zeigt sich erschüttert

Auch Venedigs Bürgermeister Simone Venturini reagierte auf den Tod des 25-Jährigen.

Er bezeichnete Sean Michieli als jungen, arbeitsamen Mann mit einer tiefen Verbindung zur Lagune. Michieli sei jeden Morgen früh aufgestanden und habe mit großer Leidenschaft gearbeitet.

Der Bürgermeister sprach der Familie sein Mitgefühl aus und erinnerte zugleich an Gabriella Querino, nach der weiterhin gesucht wird.

Zwei Tragödien für dieselbe Familie

Besonders bedrückend ist ein weiterer Hintergrund, über den ANSA berichtet.

Die Familie Michieli hat bereits früher einen Angehörigen durch einen Boots-Unfall in der Lagune verloren.

Im Jahr 2007 starb Seans damals 19-jähriger Onkel Endrius bei einer Kollision seines kleinen Bootes mit einem Treibstofftransporter nahe der Insel San Michele.

Fast zwei Jahrzehnte später trifft die Familie nun erneut eine Tragödie auf den Gewässern, die seit Generationen Teil ihres Lebens und ihrer Arbeit sind.

Die Hoffnung richtet sich jetzt auf Gabriella

Mit dem Tod von Sean Michieli hat sich die Lage dramatisch verändert.

Für seine Familie und Freunde bleibt gleichzeitig die quälende Ungewissheit über den Verbleib von Gabriella.

Feuerwehr und Carabinieri suchen weiterhin nach ihr.

Taucher, Hubschrauber und weitere Einsatzkräfte versuchen, den Bereich der Lagune so umfassend wie möglich abzusuchen.

Doch gerade in einem komplexen Gewässersystem wie der venezianischen Lagune können solche Suchaktionen sehr schwierig sein.

Strömungen, Gezeiten und schlechte Sicht unter Wasser beeinflussen die möglichen Suchbereiche ständig.

Ermittlungen und Suche laufen parallel weiter

Damit laufen derzeit zwei große Operationen gleichzeitig.

Zum einen versuchen die Einsatzkräfte weiterhin, Gabriella Querino zu finden.

Zum anderen müssen die Ermittler rekonstruieren, wie es zu der Kollision zwischen dem kleinen Fischerboot und dem Wassertaxi kommen konnte.

Das Wrack von Sean Michielis Boot steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie das Wassertaxi und die Aussagen des Fahrers.

Erst eine umfassende technische Untersuchung kann möglicherweise zeigen, was in den wenigen Sekunden vor der Kollision tatsächlich geschah.

Eine junge gemeinsame Zukunft endet innerhalb weniger Sekunden

Noch vor wenigen Monaten hatten Sean Michieli und Gabriella Querino geheiratet.

Sie lebten gemeinsam auf Burano und verbrachten viel Zeit auf der Lagune.

Am frühen Samstagmorgen führte eine dieser Fahrten in eine Katastrophe.

Sean wurde schwer verletzt geborgen und starb rund eineinhalb Tage später im Krankenhaus.

Von Gabriella fehlt weiterhin jede Spur.

Stand: Montag, 14. September 2026, 11.30 Uhr. Sean Michieli ist am Sonntagabend im Alter von 25 Jahren verstorben. Gabriella Querino, 26, gilt weiterhin als vermisst. Die Suchmaßnahmen und die Ermittlungen zum Unfall dauern an.

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