Smarte Daten für Venedig: So rettet Technologie den Tourismus
Venedig blickt in die Zukunft. Gestern Nachmittag trafen sich Experten im M9-Museum zu einer spannenden Konferenz. Das Thema klingt erst einmal trocken: Daten und Innovation. Doch dahinter steckt ein Plan für das Überleben einer ganzen Region. Wind Tre organisierte das Event mit Unterstützung der Stadt Venedig. Es geht um den Wandel von der Smart City zum sogenannten Smart Land.
Der gläserne Tourist im Dienst der Nachhaltigkeit
Wie managt man Millionen von Menschen auf engstem Raum? Die Antwort liegt in unseren Hosentaschen. Jeder Tourist trägt ein Smartphone bei sich. Diese Geräte senden ständig anonyme Signale. Professor Nicola Camatti von der Universität Ca’ Foscari präsentierte dazu eine faszinierende Studie. Er nutzt Big Data von Wind Tre für die Projekte WaterLand und ToCare Med.
Die Technik arbeitet erstaunlich präzise. Die Forscher sehen die Bewegungen auf etwa 450 Meter genau. Sie unterscheiden zwischen Bewohnern, Pendlern und Tagesgästen. So erkennt die Stadt sofort, wann und wo es zu voll wird. Diese Daten bilden das Herzstück für eine bessere Planung. Man schießt keine Fotos mehr aus dem Bauch heraus. Man nutzt harte Fakten für die Steuerung der Massen.
Infrastruktur als Schlüssel für ein besseres Leben
Im zweiten Teil der Konferenz drehte sich alles um die Umsetzung. Wie machen digitale Dienste unser Leben konkret besser? Echtzeit-Informationen helfen dabei, den Verkehr zu optimieren. Busse und Bahnen fahren dann, wenn die Menschen sie wirklich brauchen. Das spart Energie und schont die Nerven der Anwohner.
Wind Tre unterstützt die Gemeinden der Metropolregion Venedig dabei aktiv. Viele Städte unterzeichneten bereits ein spezielles Smart-City-Protokoll. Sie wollen den Overtourism endlich in den Griff bekommen. Das Ziel sind intelligente Territorien. Hier steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht nur die Technik. Digitale Lösungen reduzieren Verschwendung und steigern die Effizienz der öffentlichen Verwaltung.
Die Smart Control Room: Venedigs digitale Kommandozentrale
Tourismusstadtrat Simone Venturini fand klare Worte für den Erfolgsweg. Die Stadtverwaltung setzt seit elf Jahren auf empirische Belege. Das Prunkstück dieser Strategie ist die Smart Control Room. Diese hochmoderne Schaltzentrale überwacht das gesamte Stadtgebiet in Echtzeit. Die Mitarbeiter passen die Sicherheit und Mobilität sofort an die aktuelle Lage an.
Zusätzlich investierte die Stadt massiv in Glasfaserkabel. Das macht Venedig weltweit wettbewerbsfähig. Es lockt neue Unternehmen und Investoren an. Die Zusammenarbeit mit Universitäten spielt ebenfalls eine große Rolle. Gemeinsam testen sie zum Beispiel das neue Zugangsentgelt für Besucher. Venedig will kein Museum sein, sondern eine lebendige, moderne Stadt. Daten liefern dafür das nötige Fundament.



