Notfall im ATVO-Bus

Notfall im ATVO-Bus: 20-Jähriger reagiert richtig – das sollten Urlauber wissen

Ein 70 Jahre alter Mann ist am frühen Morgen in einem Linienbus zwischen Jesolo und Punta Sabbioni bewusstlos geworden. Der erst 20-jährige Rettungsschwimmer Leonardo Nicolazza erkannte den Notfall, kontrollierte die Atmung und brachte den Mann in die stabile Seitenlage. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes übernahm er die ersten entscheidenden Maßnahmen. Der Vorfall zeigt, wie wichtig grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse auch im Urlaub sein können.

Medizinischer Notfall auf dem Weg nach Punta Sabbioni

Der Zwischenfall ereignete sich am Donnerstagmorgen in einem ATVO-Bus, der gegen 6.15 Uhr vom Busbahnhof in Jesolo in Richtung Punta Sabbioni unterwegs war.

Kurz vor dem Zentrum von Cavallino bemerkte der 20-jährige Leonardo Nicolazza einen älteren Fahrgast mit einer ungewöhnlichen Körperhaltung. Der Mann legte seinen Kopf unnatürlich zurück, reagierte nicht mehr und verlor Speichel aus dem Mund.

Leonardo war auf dem Weg zu seiner Arbeit als Rettungsschwimmer. Seit drei Sommersaisonen arbeitet der junge Mann aus Mestre für das Unternehmen Linea di Costa, das auf mehreren Campingplätzen entlang der Küste für die Sicherheit im Wasser sorgt.

Rettungsschwimmer kontrollierte sofort die Atmung

Während eine Begleiterin des 70-Jährigen versuchte, ihn durch leichtes Berühren der Wangen wieder zu Bewusstsein zu bringen, übernahm Leonardo die Koordination.

Gemeinsam mit anderen Fahrgästen legte er den Mann hin. Anschließend kontrollierte der Rettungsschwimmer, ob der Bewusstlose noch atmete. Da eine Atmung vorhanden war, brachte er ihn in die stabile Seitenlage.

Gleichzeitig bat er den Fahrer, den Bus anzuhalten und den Rettungsdienst zu alarmieren. Auch weitere Fahrgäste wählten den Notruf.

Wenig später trafen freiwillige Helfer der Croce Verde ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Mann das Bewusstsein bereits wiedererlangt. Der Rettungsdienst brachte ihn zur weiteren Untersuchung in die Erste-Hilfe-Einrichtung von Jesolo. Zur Ursache des Zusammenbruchs enthält der Bericht keine medizinischen Angaben.

„Ich habe nur meine Pflicht getan“

Familie und Kollegen bezeichneten Leonardo nach dem Einsatz als Helden. Der junge Rettungsschwimmer selbst wollte davon jedoch nichts wissen.

In seiner Ausbildung habe er gelernt, wie man in solchen Situationen handelt und eine bewusstlose Person versorgt. Er habe lediglich versucht, das Gelernte anzuwenden und die ersten Maßnahmen zu koordinieren.

Angst habe er in diesem Moment nicht verspürt. Sein einziger Gedanke sei gewesen, dem Mann zu helfen.

Warum sein Vorgehen richtig war

Die Italienische Rote Kreuz empfiehlt bei einer plötzlich bewusstlosen Person zunächst zu prüfen, ob sie auf Ansprache oder vorsichtige Berührung reagiert. Anschließend muss die Atmung kontrolliert werden.

Atmet die Person normal, sollte sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Danach muss sofort der Notruf gewählt und die Atmung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte regelmäßig überprüft werden. Die Seitenlage hält die Atemwege frei und ermöglicht, dass Speichel oder Erbrochenes aus dem Mund abfließen können.

Genau diese Schritte setzte Leonardo im ATVO-Bus um.

Was Urlauber bei einem Notfall im Bus tun sollten

Ein medizinischer Notfall in einem vollen Bus kann schnell unübersichtlich werden. Mehrere Menschen sprechen durcheinander, der Platz ist begrenzt und niemand weiß zunächst, wer die Verantwortung übernimmt.

In dieser Situation helfen klare Aufgaben:

  1. Fahrer informieren und Bus anhalten lassen.
    Das Fahrzeug sollte an einer sicheren Stelle stoppen. Der Fahrer kennt außerdem die Strecke und kann den genauen Standort angeben.
  2. Bewusstsein und Atmung kontrollieren.
    Sprechen Sie die Person laut an und berühren Sie sie vorsichtig an der Schulter. Reagiert sie nicht, muss die Atmung geprüft werden.
  3. Sofort den Notruf 112 wählen.
    Nennen Sie den Standort, die Fahrtrichtung, die Busgesellschaft und den Zustand der betroffenen Person.
  4. Bei vorhandener normaler Atmung stabile Seitenlage.
    Bleiben Sie bei der Person und kontrollieren Sie die Atmung weiter.
  5. Bei fehlender normaler Atmung mit Wiederbelebung beginnen.
    Die Italienische Rote Kreuz empfiehlt kräftige Brustkorbkompressionen in der Mitte des Brustkorbs. Vorgesehen sind 100 bis 120 Kompressionen pro Minute mit einer Tiefe von etwa fünf bis sechs Zentimetern. Die Maßnahmen werden bis zum Eintreffen der Rettungskräfte fortgesetzt.

Die Anweisungen der Notrufzentrale haben dabei immer Vorrang. Wer unsicher ist, sollte das Telefon auf Lautsprecher stellen und sich Schritt für Schritt anleiten lassen.

Der Notruf 112 funktioniert auch für Urlauber

In Italien gilt wie überall in der Europäischen Union die kostenlose Notrufnummer 112. Sie kann über Mobiltelefone und Festnetzanschlüsse erreicht werden und verbindet Anrufer mit Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst.

Urlauber sollten möglichst ruhig erklären:

  • wo sie sich befinden,
  • was passiert ist,
  • wie viele Personen betroffen sind,
  • ob die Person bei Bewusstsein ist,
  • ob sie normal atmet.

Wer den genauen Standort nicht kennt, kann die Linie, Fahrtrichtung, letzte Haltestelle oder sichtbare Straßenschilder nennen.

Ein hilfreicher italienischer Satz lautet:

„Una persona ha perso conoscenza. Respira.“
Eine Person ist bewusstlos geworden. Sie atmet.

Oder bei fehlender Atmung:

„Una persona è incosciente e non respira normalmente.“
Eine Person ist bewusstlos und atmet nicht normal.

Linien zwischen Jesolo und Punta Sabbioni

ATVO betreibt mehrere Busverbindungen zwischen Lido di Jesolo, Cavallino-Treporti und Punta Sabbioni. Dazu gehören die Linien 23a über die Via Fausta und 23b über die Via Baracca. Tickets und aktuelle Informationen können über JESOLO TICKET gekauf werden.

Erste-Hilfe-Kenntnisse können im Urlaub Leben retten

Der medizinische Notfall zeigt, dass Erste Hilfe nicht nur nach Verkehrsunfällen oder am Strand notwendig werden kann. Ein Mensch kann auch im Bus, im Restaurant, im Hotel oder während eines Ausflugs plötzlich das Bewusstsein verlieren.

Die Italienische Rote Kreuz betont, dass Ersthelfer keine Diagnose stellen müssen. Entscheidend ist, ruhig zu bleiben, Gefahren auszuschließen, Bewusstsein und Atmung zu kontrollieren und den Rettungsdienst zu verständigen. Schnelles Handeln kann bis zum Eintreffen der professionellen Hilfe den entscheidenden Unterschied machen.

Leonardo Nicolazza konnte auf seine Ausbildung als Rettungsschwimmer zurückgreifen. Doch viele seiner Maßnahmen können auch Personen ohne medizinische Berufsausbildung erlernen.

Keine Spekulation über die Ursache

Aus der ungewöhnlichen Kopfhaltung, dem Speichelfluss und der Bewusstlosigkeit lässt sich keine sichere Diagnose ableiten.

Ein solcher Zusammenbruch kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem Kreislaufprobleme, neurologische Ereignisse, Herzprobleme oder andere akute Erkrankungen. Welche Ursache bei dem 70-Jährigen vorlag, wurde nicht veröffentlicht.

Der Vorfall endete glimpflich

Dank des schnellen Handelns der Fahrgäste, des Busfahrers und insbesondere des jungen Rettungsschwimmers erhielt der Mann bereits vor dem Eintreffen der Croce Verde gezielte Hilfe.

Der 70-Jährige kam wieder zu Bewusstsein und wurde anschließend medizinisch untersucht. Weitere Angaben zu seinem Gesundheitszustand liegen nicht vor.

Leonardo selbst sieht seinen Einsatz nicht als Heldentat. Für den betroffenen Mann und seine Begleiterin dürfte seine ruhige und überlegte Reaktion dennoch von großer Bedeutung gewesen sein.

Stand: 31. Juli 2026

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