Wer in diesen Wochen das Centro Civico von Ca’ Savio betritt, taucht sofort in eine andere Welt ein. Lichter glitzern, Musik liegt in der Luft, kleine Figuren bewegen sich scheinbar lebendig durch verschneite Gassen. Das Miniatur-Weihnachtsdorf von Daniel Marangon Goretti zieht wieder alle Blicke auf sich. Bis zum 12. Januar öffnet diese besondere Ausstellung täglich von 15 bis 19 Uhr ihre Türen. Der Eintritt bleibt frei.
Es begann vor einigen Jahren
Alles begann vor einigen Jahren ganz unscheinbar. Passanten sahen durch ein Fenster oder vom Gartenweg aus kleine Dekorationen. Neugier führte sie zur Haustür. Sie klingelten. Daniel ließ sie herein. Aus diesen spontanen Besuchen entstand ein echtes Weihnachtsphänomen. Heute strömen Tausende nach Ca’ Savio, unterstützt von der Gemeinde Cavallino-Treporti. Die Ausstellung findet bereits zum elften Mal statt und gewann den Sonderpreis beim zwölften Wettbewerb der Initiative.
Erste Miniaturen als Kind angefertigt
Daniel Marangon Goretti, Jahrgang 1983, erzählt offen von seinen Anfängen. Als Kind baute er in seinem Zimmer erste Miniaturen. Damals spürte er schon diese besondere Faszination. Heute nutzt er dafür einen Gemeinschaftsraum. Sein Werk wuchs mit ihm. Sein Weihnachtsdorf misst inzwischen 28 Meter. Rund 500 beleuchtete und bewegliche Elemente sorgen für Leben. Sieben Kilometer Elektrokabel verbinden alles miteinander. Dazu kommen 1.600 handgefertigte Bäume aus Karton, einzeln mit Stoff bezogen.
Für Daniel bedeutet Weihnachten weit mehr als nur Dekoration. Er spricht von einem Erlebnis für alle Sinne. Sehen, hören, riechen und fühlen gehören zusammen. Gemeinsam mit Elena Quintavalle entwickelte er dieses Konzept weiter. Seine Arbeit will berühren und zum Nachdenken anregen. Er setzt bewusst auf Handarbeit. Er reagiert damit auf eine Gesellschaft, die oft das Virtuelle über das Reale stellt.










Die Eröffnung am 8. Dezember füllte den Theatersaal bis auf den letzten Platz. Gesang, Schauspiel und Tanz sorgten für Begeisterung. Die Tanzschule Dance4fun brachte Bewegung auf die Bühne. Das Thema für 2025 verbindet antike Musen mit modernen Ikonen. Daniel spannt einen weiten Bogen von Clio bis Alda Merini, von Maria Callas bis Samantha Cristoforetti, von Mina bis Raffaella Carrà. Diese Mischung rührt viele Besucher.
In den sozialen Medien nennen ihn viele liebevoll den „König von Weihnachten“. Daniel nimmt diesen Titel mit einem Lächeln an. Für ihn zählen die Gemeinschaft und die Geschichten dahinter. Im letzten Jahr erzählte er Aschenputtel neu und sprach über Mobbing. Über 4.200 Menschen besuchten die Ausstellung. Seine Sammlung umfasst Tausende von Stücken. Vielleicht zählt sie zu den größten in Italien, vielleicht sogar in Europa.
Am Ende bleibt ein Gefühl. Ein Mann erfüllt sich den Traum eines Kindes und teilt ihn mit allen. So entsteht Weihnachtsmagie, ganz real, mitten in Ca’ Savio.


