Jesolo kämpft gegen das Meer: Ein Masterplan für den Pineta-Strand
Die Küste von Jesolo steht vor einer großen Wende. Gestern Abend präsentierte die Stadtverwaltung ein Dokument, auf das viele Bürger seit über zwanzig Jahren warten. Es handelt sich um das sogenannte DOCFAP. Dieser technische Name steht für eine Machbarkeitsstudie zur Rettung des Pineta-Strandes. Bürgermeister Christofer De Zotti sprach von einem historischen Schritt. Endlich gibt es eine wissenschaftliche Basis für den Schutz der Küste.
Wissenschaft gegen die Wellen
Zwei Experten entwickelten den Plan. Die Ingenieure Andrea De Götzen und Massimo Tondello untersuchten dafür die Adria genau. Sie sammelten Daten über Gezeiten, Winde und Strömungen. Auch die Bewegung des Sandes spielte eine wichtige Rolle. Ohne diese harten Fakten blieben Maßnahmen früher oft nur Stückwerk. Jetzt liegt ein solides Fundament für die Zukunft vor.
Bei der Vorstellung waren wichtige Entscheidungsträger anwesend. Neben Bürgermeister De Zotti nahmen auch Stadtrat Alberto Maschio und Abteilungsleiter Claudio Vanin teil. Sogar der Vizepräsident der Region Venetien, Lucas Pavanetto, kam nach Jesolo. Er betonte die Bedeutung des Projekts für die gesamte Region. Der Schutz der Strände sichert immerhin den Tourismus und die Natur.





Bilder: Comune di Jesolo
Ein riesiger Schutzwall aus Sand
Das Ziel ist klar definiert. Der östliche Teil des Strandes braucht dringend Sicherheit. Die Erosion nagt dort ständig an der Küste. Ohne Gegenwehr wandert das Problem bald weiter in das Zentrum von Jesolo. Der Plan sieht deshalb ein gewaltiges Aufschütten vor. Rund 500.000 Kubikmeter Sand sollen aus Meeresdepots kommen. Damit rückt die Uferlinie wieder 20 bis 30 Meter in Richtung Meer vor.
Der betroffene Abschnitt ist 2,6 Kilometer lang. Er reicht vom Piazza Torino bis zur Mündung des Flusses Piave. Doch Sand allein reicht nicht aus. Unter Wasser entstehen feste Barrieren. Diese liegen etwa 300 Meter vom Ufer entfernt. Auf diesen Barrieren platzieren die Techniker spezielle „Reef-Balls“. Diese Strukturen bremsen die Kraft der Wellen effektiv aus. Gleichzeitig bieten sie neuen Lebensraum für Fische und Pflanzen.
Finanzen und die nächsten Schritte
Ein solches Mammutprojekt kostet natürlich viel Geld. Die Schätzungen liegen bei über 30 Millionen Euro. Die Gemeinde Jesolo zeigt sich hier sehr entschlossen. Sie stellt stolze 24 Millionen Euro aus eigenen Mitteln bereit. Dieses Geld stammt aus Gebühren für Strandkonzessionen. Bürgermeister De Zotti sieht darin ein starkes Signal an die Regierung in Rom.
Keine andere Gemeinde an der Küste investiert aktuell so viel Eigenkapital. Mit dem fertigen Plan in der Hand bittet Jesolo nun um weitere Fördergelder. In den kommenden Wochen startet bereits das nächste Verfahren. Die technische Planung geht dann in die Umweltprüfung. Danach folgen die Ausführung und die Vergabe der Bauarbeiten. Jesolo nimmt sein Schicksal also selbst in die Hand.
Alle Bilder und Informationen: Comune di Jesolo


