252 Jahre Guardia di Finanza: Wie die Finanzpolizei den Norden Italiens sichert
Die Guardia di Finanza in Venetien feiert ihr 252. Jubiläum. Zu diesem Anlass blickt die Behörde auf eine intensive Zeit zurück. Der neue Bericht umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Mai 2026. In diesen 17 Monaten haben die Beamten rund 58.000 Kontrollen durchgeführt. Zudem leiteten sie über 4.400 Ermittlungen ein. Dieser Einsatz schützt die ehrlichen Bürger und die Wirtschaft der Region.
Die Jagd auf Steuerhinterzieher und Betrüger
Der Kampf gegen den Steuerbetrug bleibt die Hauptaufgabe der Finanzpolizei. Die Ermittler deckten in diesem Zeitraum viele kriminelle Netzwerke auf. Insgesamt zeigten die Beamten 1.190 Personen wegen Steuerdelikten an. Für 13 Verdächtige klickten sogar die Handschellen.

Die Beamten beschlagnahmten illegalvorteile im Wert von 51 Millionen Euro. Außerdem blockierten sie gefälschte Steuergutschriften über 23 Millionen Euro. Kriminelle hatten diese Summen durch erfundene Bau- und Energieboni erschlichen. Die Finanzpolizei setzt auch stark auf Prävention. Sie sperrte über 300 gefährliche Umsatzsteuer-Identifikationsnummern. So verhinderte die Behörde den Missbrauch von weiteren 48 Millionen Euro.
Auch internationale Konzerne standen im Fokus. Die Ermittler prüften vor allem digitale Plattformen. Aber auch die Schattenwirtschaft vor Ort bekam den Druck zu spüren. Die Beamten entlarvten 638 totale Steuerhinterzieher. Diese Personen waren dem Fiskus bis dahin völlig unbekannt. Gleichzeitig flogen 3.046 Schwarzarbeiter auf.
Ein großer Schlag gelang den Ermittlern in der Provinz Padua. Dort hoben die Beamten eine geheime Zigarettenfabrik aus. Die illegale Produktionsstätte lag in einer riesigen Lagerhalle. Die Beamten stellten 26 Tonnen Tabak sicher. Vier Personen wurden direkt verhaftet. Auch am Flughafen Venedig gab es Erfolge für den Tierschutz. Die Zöllner retteten drei Pomeranian-Welpen und eine Maine-Coon-Katze vor dem illegalen Handel.
Strenges Auge auf Staatsgelder und PNRR-Mittel
Die Finanzpolizei bewacht die öffentlichen Gelder sehr genau. Die Steuermittel sollen schließlich bei den Bürgern und Firmen ankommen. Die Beamten führten in diesem Bereich 1.800 Kontrollen durch.

Besonders die EU-Gelder für den Wiederaufbauplan PNRR stehen unter Beobachtung. Hier überprüften die Ermittler Projekte im Wert von 450 Millionen Euro. Auch der Agrarsektor wurde kontrolliert. Die Beamten deckten Betrügereien bei EU-Agrarhilfen über 550.000 Euro auf. Daraufhin beschlagnahmten sie Vermögen von fast 14 Millionen Euro.
Die Kriminalisten prüften auch das Bürgergeld und andere Sozialhilfen. Dabei deckten sie 571 Verstöße auf. Der gesamte Schaden für den Staat und die EU liegt bei 50 Millionen Euro. Die Zusammenarbeit mit der Europäischen Staatsanwaltschaft läuft hervorragend. Gemeinsame Ermittlungen brachten Vermögenssicherungen von 17 Millionen Euro.
Kampf gegen die Mafia und den Online-Betrug
Die Mafia versucht immer wieder, ihr Geld in der legalen Wirtschaft anzulegen. Die Finanzpolizei stoppt diese Geldwäsche gezielt. Bei 281 Einsätzen nahmen die Beamten 16 Personen fest. Sie beschlagnahmten illegale Besitztümer im Wert von 32 Millionen Euro.
Die Fahnder schützen auch Sparer vor Online-Betrug. In der digitalen Welt zeigten sie über 90 Scheinfirmengründer an. Bei Cyber-Kontrollen gab es 258 Anzeigen. An den Grenzen kontrollierten die Beamten den Bargeldverkehr. Dabei entdeckten sie illegale Geldflüsse von 30 Millionen Euro.

Auch der Kampf gegen den Drogenhandel läuft auf Hochtouren. Die Beamten beschlagnahmten über 400 Kilogramm Kokain und Marihuana. Rund 100 Dealer wanderten ins Gefängnis. Wichtig ist auch der Schutz von Marken. Die Polizei zog 23 Millionen gefälschte oder gefährliche Produkte aus dem Verkehr. Auch 59.000 Liter gefälschter Wein wurden vernichtet.
Einsatz bei den Olympischen Spielen und Bergnot
Die Finanzpolizei arbeitet nicht nur am Schreibtisch. Die Beamten sorgen überall im Land für Sicherheit. Ein Höhepunkt waren die Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina 2026. Jeden Tag sicherten über 50 Spezialkräfte der Finanzpolizei die Sportstätten ab.
Die Bergwacht der Finanzpolizei leistete in Cortina d’Ampezzo und Auronzo di Cadore Großartiges. Die Retter flogen 270 Einsätze. Sie brachten über 300 Menschen aus Bergnot in Sicherheit. Insgesamt leisteten die Beamten 30.000 Arbeitstage für die öffentliche Sicherheit bei Großevents.

An den Küsten patrouillieren die Boote der Finanzpolizei. Sie überwachen den Seeweg nach Venedig und Chioggia. Im Sommer verstärken die Beamten die Präsenz. Zwei Schiffe sichern dann die Badestrände von Jesolo für die Touristen.
Bilder und Informationen mit freundlicher Genehmigung des Pressebüros der Guardia di Finanza!



